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Business Process Outsourcing heute:
Ein ganz normales Geschäft


Business Process Outsourcing hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre von einem Experimentierfeld, in dem nur wenige Pioniere aktiv waren, zu einer etablierten Branche entwickelt. Das Auslagern von Geschäftsprozessen ist ein ganz normaler Markt geworden – mit zahlreichen Unternehmen, die ihre Prozesse extern erledigen lassen und mit vielen Outsourcing-Anbietern, die diese Geschäftsvorgänge mit einer Effizienz erledigen, die noch vor einem Jahrzehnt niemand für möglich gehalten hätte.


Zwei Entwicklungen sind nach Ansicht von Fachleuten die Grundlage dafür, dass die Outsourcing-Branche einen solchen Aufschwung genommen hat:
  • Standardisierung der Prozesse: Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren viel Energie darauf verwandt, interne Prozesse zu standardisieren. Das heißt: Es entstanden definierte Arbeitsabläufe, für die externe Anbieter wiederum passgenaue Prozesse anbieten konnten.
  • Industrialisierung der IT: Die Informationstechnologie hat einen entscheidenden Entwicklungsschritt gemacht. Lösungen heute entstehen in einem Umfeld, das mit industriellen Ansprüchen arbeitet. Zuverlässigkeit, Konsistenz und Vernetzungsmöglichkeiten schaffen die Voraussetzung für effiziente Prozesslösungen.
Die Standardisierung ermöglicht es den outsourcenden Unternehmen, Preise und Leistungen zu vergleichen. Überdies ist es durch das Prozessdenken möglich, die Abläufe im Unternehmen so aufzugliedern, dass verschiedene Anbieter nebeneinander engagiert werden können. Der Wettbewerb unter den Anbietern wiederum führt dazu, dass ein hoher Innovationsdruck herrscht und es das permanente Bestreben gibt, die Prozesse effizienter zu gestalten.

Allerdings darf Business Process Outsourcing nicht als Wundermittel betrachtet werden, mit dem sich Firmen gewissermaßen im Handumdrehen erfolgreich machen lassen. Experten betrachten das Auslagern von Geschäftsprozessen heute vielmehr als eine Option, die Unternehmen ziehen müssen, wenn sie sich im globalen Wettbewerb behaupten wollen.

Wichtig für den Erfolg von Outsourcing-Projekten ist eine gründliche Vorbereitung und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage, welche Prozesse man überhaupt „nach draußen“ vergeben will. Gerade die Klärung dieser Frage trägt dazu bei, zwei häufig angeführte Kritikpunkte zu entkräften.
  • Leistungsbeschreibung: Die zu erbringende Leistung muss in den Service Level Agreements genau definiert werden. Das erspart Auftraggeber und -nehmer gleichermaßen unangenehme Überraschungen. Die Effizienz der Prozesse, über die ein Outsourcing-Dienstleister verfügt, beruht zu einem großen Teil auf der durchgreifenden Standardisierung von Abläufen. Werden zusätzliche Leistungen nötig, müssen diese auch gesondert berechnet werden. Darüber sollte man sich im Klaren sein.
  • Abhängigkeit: Natürlich ist mit einem Outsourcing immer auch ein Verlust an Kontrolle verbunden. Doch letzten Endes schärft die Antwort auf die Frage, welche Prozesse ausgelagert werden können, das Profil des Unternehmens. Unstrittig ist, dass Unternehmen die Hoheit über ihre Kerngeschäftsprozesse behalten sollten. Diese können in der Regel aber auch nicht so standardisiert werden wie z. B. Vorgänge in der Lohnbuchhaltung oder im Einkauf.
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es keine Tendenzen gibt, in den heutigen Kernbereichen des Outsourcings (IT, Einkauf, Logistik, HR, Finanz- und Rechnungswesen) das Rad wieder zurückzudrehen. Bei einem wohl dosierten und genau definierten Outsourcing überwiegen die Vorteile einer solchen Partnerschaft bei weitem die Risiken einer möglichen Abhängigkeit.

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